Ein Baumeister nutzt das 3D-Modell bereits in der Submissionsphase. Sein Fazit aus der Praxis ist: Der Aufwand lohnt sich, sowohl zugunsten des Bauherrn als auch für das ausführende Unternehmen.

Kalkulatoren in Bauunternehmungen stehen bei jeder Submission vor den gleichen Herausforderungen: Innert kürzester Zeit müssen sie eine Vorstellung vom Bauprojekt bekommen, die Einheitspreise zu den definierten Leistungen kalkulieren und in vielen Fällen noch einen Pauschalpreis definieren. Roman Fuchs, Kalkulator bei der ROFRA Bau AG in Aesch/BL, gibt nachfolgend einen Einblick, welche Vorteile ein 3D-Modell im Offert- und Akquisitionsprozess hat.

Die ROFRA Bau AG ist Teil der ROFRA-Gruppe und beschäftigt im Hoch-, Tief- und Umbau rund 200Mitarbeitende. Das Familienunternehmen wurde 1963 gegründet und wird aktuell in dritter Generation geführt. Seit drei Jahren ist Roman Fuchs beider ROFRA Bau AG im Hochbau als Kalkulator tätig. Er schätzt die familiäre Struktur, die kurzen Entscheidungswege und den respektvollen Umgang im Unternehmen. Nachstehend gibt einen Einblick, welchen Nutzen ein 3D-Modell bereits in der Submissionsphase hat.


Die Herausforderung für den Kalkulator

Der Kalkulator in der Bauunternehmung hat einen verantwortungsvollen Job: Neben dem Bestimmender Einheitspreise in einem Leistungsverzeichnis aufgrund der Einschätzung der Leistungswerte muss er auch Chancen und Risiken erkennen. Letztlich gilt es in vielen Fällen, der Bauherrschaft die Leistungen in einem Pauschalangebot zu offerieren.

Um die aufgezählten Tätigkeiten effizient erarbeiten zu können, nutzt Roman Fuchs die Vorteile des3D-Modells: «Im 3D-Modell kann ich die genauen Mengen herausziehen, die Bauabläufe simulieren und daraus den kritischen Weg erkennen. »Doch bekommt er zu jeder Submission auch immer ein Modell? «Nein», lautet die Antwort des Kalkulators, und er fügt an: «Vom Ingenieurgibt es selten ein Modell. Häufiger bekommen wir das Architekturmodell. Aber im Normalfall ist zum Zeitpunkt der Submission noch kein Modellvorhanden.»

In solchen Fällen kontaktiert Roman Fuchs die Firma BIMovation AG (ehemals modellierung.ch).Diese wurde 2021 von Patrick Meili gegründet, mit dem Ziel, Ingenieurbüros oder Baumeisterin ihrer täglichen Arbeit in der BIM-Thematik zu unterstützen. Mit seiner Erfahrung von 14 Jahren in einem Ingenieurbüro im Hochbau und der Tätigkeit seit sieben Jahren in der Kundenbetreuung und Entwicklung bei der ALLPLAN Schweiz AG kann Patrick Meili die Anliegen der Kunden kompetent begleiten.


Aufbereitetes BIM-Modell des Tragwerks (CAD/BIM Software ALLPLAN)

Aufbereitetes BIM-Modell des Tragwerks (CAD/BIM Software ALLPLAN)


Der grosse Nutzen des 3D-Modells

Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen der ROFRA Bau AG und Patrick Meili von BIMovation AG / ALLPLAN Schweiz AG konkret aus? Die Antwort darauf gibt Roman Fuchs: «Patrick Meili erhält von uns den Auftrag, aus dem Modell alle Mengen zu bestimmen. Wenn kein Modell vorhanden ist, dann erarbeitet er für uns auch das Modell. Inder Phase der Submission wollen wir die Sicherheit haben, dass wir für eine Pauschalisierung unseres Angebots den Preis mit den richtigen Mengen definiert haben.»

Wie viele Stunden Aufwand bedeutet eine solche Aufarbeitung für Patrick Meili? «Für eine Wohnüberbauung mit zwei bis drei Mehrfamilienhäusern und einer Tiefgarage, bei der noch kein Modellvorhanden ist, habe ich einen Arbeitsaufwand von etwa zwei Tagen», lautet seine Antwort. Die ROFRA Bau AG erhält von ihm die Massenauszüge in Form von Excel-Listen oder zusammen abgesprochenen Auswertungsreports. Der Zugang zum in der Software von ALLPLAN erarbeiteten Modell erfolgt über die BIM-Kollaborationsplattform BIMPLUS. «Mit dem Modell schaffen wir sowohl für uns als auch für den Bauherrn eine durchgängige Transparenz. Im Auftragsfall kann auch der Bauführer das Modell für seine weiteren Tätigkeiten in der Arbeitsvorbereitung und in der Realisierung nutzen», beschreibt Roman Fuchs die weiteren Vorteile.


Neubau „SPACE“ von DSM-Firmenich in Sisseln

Ein aktuelles Beispiel für die Vorteile der 3D-Model-lierung für den Baumeister ist das Projekt «SPACE» in Sisseln. Der Chemiekonzern baut ein neues Mehrzweckgebäude, in dem ein modernes Personalrestaurant, Büros, Schulungsräume, Sitzungszimmer und ein zentrales Analyselabor geplant sind. Der viergeschossige Neubau hat eine Grundfläche von 1‘800 Quadratmetern und ist rund 20 Meter hoch. Im Sommer 2028 soll er bezugsbereit sein. «Dank der Modellierung in 3D konnten wir die Bauherrschaft unter anderem mit der visuellen Darstellung der detaillierten Schalungsplanung und dem Erkennen des kritischen Weges von unserer Fachkompetenz für die Bauausführung überzeugen», berichtet Roman Fuchs über die im Akquisitionsprozessgemachten Erfahrungen. Die Auftragssumme für dieses Projekt beträgt rund 6.5 Millionen Franken.

Die ROFRA Bau AG sammelt auch Erfahrungen mitBIM2Field-Projekten, wie der Kalkulator mit Blick in die Zukunft erklärt: «Die Digitalisierung wird auch in der Baubranche weiter Einzug halten. Zurzeit bereiten wir zwei Projekte vor, bei denen wir prüfen, ob wir sie ohne Pläne im Sinne von BIM2Fieldabwickeln werden. Wir sind gespannt auf diese Erfahrungen.»


BIM-Modell mit Auswertung nach Betonbauteilen (CDE-Plattform BIMPLUS)

BIM-Modell mit Auswertung nach Betonbauteilen (CDE-Plattform BIMPLUS)


NEUBAU „SPACE“ IN SISSELN

Nutzung: 
Mehrzweckgebäude, unter anderem mit Personalrestaurant und Analytic Center
Gebäudevolumen: 
Grundfläche 60 x 30 Meter, Höhe 20 Meter
Bauzeit:
Januar 2025 bis Sommer 2028
Nutzer:
DSM Nutritional Products AG, Sisseln
Investor:
Berninvest, Bern
GP-TU:
Burckhardt Architektur AG, Basel
Bauingenieur:
iPlus Bauingenieure AG, Sursee
Baumeisterarbeiten:
ROFRA Bau AG, Aesch


Weitere Informationen zu ALLPLAN und BIMPLUSfinden Sie auf allplan.com.


Rolf Seeholzer und Roman Fuchs, ROFRA Bau AG (v.l.n.r.); © Foto: ROFRA Bau AG

Rolf Seeholzer und Roman Fuchs, ROFRA Bau AG (v.l.n.r.); © Foto: ROFRA Bau AG


Die Bauunternehmung

Gegründet im Jahr 1963 von Robert Franz, hat sich das Familienunternehmen von seinen bescheidenen Anfängen zu einer anerkannten Spezialistin für Bau- und Dienstleistungen entwickelt, die alle Be-reiche eines Bauprojekts mit traditionellem Hand-werk, innovativen Lösungen und hoher Qualität abdeckt. Mit rund 200 engagierten Mitarbeitenden ist die Rofra Gruppe eine bedeutende Arbeitgeberin in der Region Basel und ist bekannt für ihre Qualität, Zuverlässigkeit und Termintreue Die Flexibilität und das persönliche Engagement bilden das Fundament des Erfolgs Tätig ist das Unternehmen in den Geschäftsfeldern Umbau und Sanierung, Hochbau, Tiefbau, Baumanagement und Immobilien. Mit dem Jahreswechsel 2025 hat die Rofra-Bau-Gruppeeinen weiteren Meilenstein erreicht: Der Generationenwechsel wurde vollzogen, das Unternehmen bleibt fest in Familienhand. Nach 37 Jahren an der Spitze übergab Inhaber und Verwaltungsratspräsident Remo Franz die operative Verantwortung an seinen Schwiegersohne Christian Hamann-Franz. Damit führt die dritte Generation die Familientradition des Bauunternehmens fort. «Bauen können viele – Rofra baut und s’klappt», so das Leitmotiv, das Remo Franz geprägt hat und das auch in Zukunft Bestand haben wird.


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© ALLPLAN Schweiz AG, Bilder: zvg, Text: Peter Rahm; Titelbild: DSM SPACE, Sisseln. Sichtbeton UntergeschossTyp 4.1.4 BOK2; © Foto: ROFRA Bau AG und DSM; © ALLPLAN Schweiz AG



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